Eine ganz persönliche „Abnabelungsgeschichte“

Eine ganz persönliche „Abnabelungsgeschichte“

Kennenlernen

Es war einmal ein Mädchen, das war 16 Jahre alt und neugierig auf die Welt. Es wollte lernen ein glückliches, zufriedenes und freies  Leben zu führen, da es in einem Elternhaus aufgewachsen ist, indem ein strenges Patriarchat herrschte.

Bei den ersten Diskobesuchen lernte es einen netten Jungen kennen und verliebte sich. Der Junge war viel weltoffener und selbstbewusster als das Mädchen und zeigte ihr so nach und nach die Welt und was wichtig war um sich darin zu bewegen. Alles was es in ihrem Elternhaus nicht hatte, füllte der Junge aus. Er kümmerte sich um den Kauf ihres ersten eigenen Autos, fuhr mit ihr das erste Mal in Urlaub in ein fremdes Land und half ihr auch in allen möglichen Kleinigkeiten des Alltags. Er war einfach für sie da, auch emotional! Ihren Eltern schien es nur recht zu sein, dass sie sich selbst nicht darum kümmern mussten.

Trennung

Nach gemeinsamen drei Jahren verabschiedete sich der Junge von dem Mädchen mit den Worten: „Jetzt wird es Zeit, dass du erwachsen wirst und alleine klar kommst. Es tut mir leid, unsere Beziehung ist beendet. Du kannst jederzeit zu mir kommen, ich werde dein Freund bleiben, aber mehr nicht mehr.“

Das Mädchen war am Boden zerstört. Konnte nicht mehr essen, wusste nicht wie es weitergehen sollte und hatte das Gefühl die ganze Welt bricht zusammen! Die erste Zeit hielt sie den Kontakt mit dem Jungen aufrecht und sprach nach wie vor über vieles mit ihm. Eines Tages aber, erkannte sie, dass es keinen Sinn hat, an etwas festzuhalten, dass tot war und dass die Begegnung mit ihm immer nur nochmal weh tut. Sie fasste den Mut, besuchte den Jungen ein letztes Mal und sagte ihm, dass sie den Kontakt endgültig ganz abbrechen würde, da alles andere nichts bringt.

Neubeginn

Ein großer Schritt! Der allerdings dazu führte, dass das Mädchen begann, sich alleine ein eigenes Leben aufzubauen. Es erkannte, dass es möglich war alleine zurecht zu kommen. Es knüpfte neue Freundschaften, verbrachte viel Zeit auch mal alleine und wurde wirklich ein Stück erwachsener und selbstständiger.

Nach einigen Monaten kam der Junge wieder auf das Mädchen zurück und erklärte ihr, dass er es sehr vermisste und keine andere wirklich ihren Platz einnehmen konnte. Sie versuchten es erneut mit einer Liebesbeziehung und es fühlte sich auch erstmal gut an für das Mädchen. Sie war geschmeichelt von den Worten des Jungen und fühlte sich gut und wertvoll.

Als der Junge dann anfing ernsthaft darüber nachzudenken, dass sie zusammen ein Haus kaufen sollten und heiraten wollte, fing das Mädchen an nervös zu werden. Gerade hatte sie entdeckt was es heißt einigermaßen frei und unabhängig zu sein, da sollte sie mit 19 Jahren heiraten, ein Haus besitzen und sich festlegen?
Nein, das war nicht das Ziel! Dieses Mal beendete sie die Beziehung und erkannte erst sehr viele Jahre später, wie wichtig das war und was sie aus der ganzen Geschichte gelernt hatte:

 

  1. Es geht immer weiter und Krisen sind echt Chancen
  2. Man kann ein Elternhaus und eine ungute Erziehung hinter sich lassen
  3. Jeder kann von allen Menschen, die ihm begegnen etwas lernen
  4. Man kann Dinge schaffen, die man sich nicht zugetraut hätte (jeder kann wachsen!)
  5. Umbrüche sind dazu da, alte Strukturen und Sicherheiten aufzubrechen, die nur eingeengt hätten
  6. Dankbarkeit gegenüber der Kraft, die unser Leben lenkt und uns immer nur Gutes wünscht

Märchen oder echte Geschichte?

Diese Geschichte ist meine eigene- wie du dir wahrscheinlich schon gedacht hast! 😉

Heute weiß ich, dass die erste Trennung von meinem damaligen Freund ein Geschenk des Himmels war, genauso wie die lange Beziehung mit ihm. Seine Worte bei der Trennung waren weise und sooo wahr und das was er mir während unserer gemeinsamen Zeit gelernt hat ist unbezahlbar! Damals nach der Trennung war ich so am Boden zerstört und dachte ich überlebe das nicht. Ich war haltlos, alleine und verzweifelt, da ich von meinen Eltern keinen Halt und keine Unterstützung erwarten konnte. Das gab es in unserer Familie einfach nicht! Mein Vater war ein dominanter, cholerischer Mensch, der sein Leben lang an Existenzangst und Traumatisierungen litt. Meine Mutter war eine narzisstische, schwache Person, die oft in Gleichgültigkeit und Hoffnungslosigkeit ertrank.

Herausforderungen zu meistern, sich auf eigene Beine zu stellen und die Kindheit und Erziehungsfehler der Eltern hinter sich zu lassen ist ein langer Weg. Aber er führt definitiv zu mehr Freiheit, Unabhängigkeit und Erfüllung. Ich bin meinem damaligen Freund sehr dankbar, dass er, wahrscheinlich ganz unbewusst, das richtige getan hat und mich aus dem Nest geworfen hat, damit ich fliegen lerne!
Keine gute Kindheit gehabt zu haben ist kein Abstellgleis – es gibt immer einen Zug der fährt – du musst nur die Fahrkarte lösen! 😉

Die astrologische Sicht auf diese Geschichte

In dem ganzen Zeitraum dieser Beziehung stand der Alterspunkt im dritten Haus im Zeichen Stier. Im dritten Haus werden erste Freundschaften und Liebesbeziehungen geknüpft, die das persönliche Umfeld erweitern. Der Drang erwacht, den Intimraum des Elternhauses zu verlassen und sich in einer Gruppe heimisch zu fühlen. Speziell ab dem Talpunkt des dritten Hauses erwacht das Unabhängigkeitsbedürfnis.
Das Zeichen Stier gibt die nötige Standfestigkeit für diese Themen, konfrontiert aber auch mit dem krisenhaften Loslassen von bestehendem das Sicherheit gibt, aber vom Wachstum abhält.

Jupiter

Bei mir begann die Beziehung zu meinem damaligen Freund etwa vier Monate nach dem Talpunktübergang. Außerdem bildete der Alterspunkt ein Quadrat zum Jupiter im 7. Haus. Das 7. Haus ist das Haus der Partnerschaften und Jupiter deutet darauf hin, dass es ein Partner ist, der mir die Welt aus einer anderen Perspektive zeigt, mich fördert und unterstützt und mir sehr wohlgesonnen ist. Da Jupiter im Zeichen Löwe steht ist das Thema Selbstbewusstsein und Ichfindung mit aktiviert.
Der Auftrag könnte lauten: „ Finde mit Hilfe eines weltoffenen, förderlichen Partners zu dir selbst, verschaffe dir somit eine andere Sicht auf die Welt und werde freier!“

Mond

Der Mond wurde vom Alterspunkt mit einem Quincunx aspektiert. Das Quincunx ist ein Lernaspekt und bringt neue Informationen, in dem Fall über den Mond. Der Mond steht für das Gefühlsleben, für Fürsorglichkeit, Bedürfnisse und für Kindheitserfahrungen. Mein Mond steht im Zeichen Schütze und im 11. Haus. Schütze ist ein Zeichen das Freiraum braucht, das 11. Haus ist der Bereich der Unabhängigkeit, der Freiheit und der Individualität. Dort wollen wir wir selbst sein und uns von einengenden Strukturen befreien.
Es gab also für mich viel zu lernen über meine Kindheitsprägungen, die mein Bedürfnis nach Freiraum und Unabhängigkeit verschüttet hatten. Das habe ich ja offensichtlich gemacht! 😉

Saturn

Zum Saturn bestand ein Halbsextil, wieder ein Lernaspekt. Saturn steht im Zeichen Widder im dritten Haus. Der Lernauftrag bestand also darin, die Angst davor Neues kennen zu lernen zu überwinden.  Dazu gehört auch neue Kontakte zu knüpfen, was mir damals nicht leicht viel, eingeschüchtert wie ich war. Als es dann sein musste, hat es doch geklappt und Saturn ist ja die Kraft in uns, die uns hilft Herausforderungen zu meistern. Außerdem steht Saturn für Reife und Abnabelung von Eltern und anderen Bezugspersonen.

Ein Quadrat des Alterspunktes zur Venus rundet das ganze Bild ab. Die Venus ist der Beziehungsplanet, steht bei mir ebenfalls im 7. Haus (Partnerschaften) und im Zeichen Löwe.

Venus

In dieser Venus steckt eine Frau, die nach Lebensfreude sucht und einen Partner will der sie als eigenständige Frau akzeptiert. Mir wurde diese Venus erst bewusst, nachdem sich mein Freund von mir getrennt hatte.
Außerdem ist die Venus der Mechanismus in uns der aussucht was zu uns passt und was nicht. Beim Übergang des Alterspunktes über die Venus wird man wählerisch und kann herausfinden was einen wirklich ergänzt und zum Wohlgefühl beiträgt. Bei mir sortierte die Venus damals aus, was nicht zu meinem Freiheitsbedürfnis passte und so heiratete ich nicht mit 19 Jahren und habe es nie bereut!

Im Laufe der Beziehung kamen noch Aspekte zu Pluto, Uranus und Neptun dazu, die die Themen Krise, Loslassen, Enttäuschung und Leiden, aber auch Freiheit und Umbruch anschneiden.
Alles was die Planetenkräfte symbolisieren hat sich bei mir gezeigt. Es war eine heftige Zeit, die sich aber im Nachhinein als sehr lehrreich und fruchtbar herausgestellt hat.

Hier findest du einen Artikel über Selbstverantwortung, der diese Geschichte gut ergänzt: http://www.andrea-bschlangaul.de/warum-beratung-ohne-selbstverantwortung-nicht-viel-bringt/

Alles Gute
Andrea Bschlangaul

Brauchst du Unterstützung und jemanden dem du dich öffnen kannst, dann melde dich bei mir. Ich bin gerne für dich da! http://www.andrea-bschlangaul.de/angebot/

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