In drei Stufen durch die Krise

In drei Stufen durch die Krise

Am 10.Mai 2017 ist Vollmond im Skorpion im Aspekt zu Pluto – eine Zeitqualität die eine Auseinandersetzung mit Krisen, Traumata und einschneidenden Veränderungen geradezu herausfordert!
Da ich gerade mit meinen Mann durch eine herausfordernde Zeit gehe, bin ich sozusagen mittendrin in den Themen des Lebens, die uns das Skorpion-Pluto-Prinzip näher bringen will.
Eine Krise ist zum Wachsen da, hört man immer wieder und es sagt sich auch ganz leicht so dahin, wenn man nicht selbst betroffen ist oder sie schon hinter sich hat. Was aber hilft den nun wirklich, wenn du dich am Abgrund befindest und du das Gefühl hast, dass dich nichts mehr trägt was gefühlt noch vor ein paar Augenblicken da war und Sicherheit versprach?

Annehmen

Zuallererst solltest du dir vor Augen halten, dass es im Leben nicht immer nur Glück und Zufriedenheit gibt. Leider laufen die meisten Menschen dem großen Glück hinterher, vergleichen sich mit anderen und denken, dass es die anderen immer besser haben als sie selbst. Das ist ein großer Trugschluss, der dich schon in Gedanken unglücklich, minderwertig oder mangelhaft macht. Das Leben besteht an sich aus Hochs und Tiefs und es wäre fatal, wenn du anfängst das was gerade bei dir los ist  persönlich zu nehmen, zu verallgemeinern und zu katastrophisieren. Frei nach dem Motto: „ Das kann ja nur mir passieren. Mir passiert IMMER der größte Mist und ich werde NIE ein gutes Leben führen können!“
Das bringt dich nicht weiter und hilft keinem!

Annehmen geht aber noch weiter. Nimm deine momentane Situation zur Kenntnis und achte darauf, dass du nicht die ganze Zeit denkst, du möchtest es weg, anders oder gar nicht haben. Es ist wie es ist, auch wenn es nicht schön, schwer und belastend ist! Ich weiß, dass das ein schwerer Schritt ist, aber er ist nötig, damit du die Situation handhaben kannst. Alles was du nicht wahrhaben willst, hast du nicht in der Hand und kannst somit auch nicht Hand anlegen!

Krisen, die dich überfordern, bewältigt unser Gehirn mit der Amygdala, dem emotionalen Bereich, der für das Überleben zuständig ist. Es reagiert mit dem Flucht- Kampf oder Totstellreflex. Bemühst du dich nicht, diesen Modus zu verlassen und durch das Einordnen der Geschehnisse diesen Reflex zu überwinden, dann bist du nicht bei dir selbst und reagierst verwirrt oder unangebracht. Du hast die Situation ganz real nicht im Griff, das fühlt sich echt schrecklich an und macht dich hilflos.

Also, nimm alles an was da ist, auch deine Gefühle, Gedanken und dein Empfinden und gehe in Achtsamkeit damit um. Das heißt, alles in einer meditativen Haltung zuzulassen und ihm Raum zu geben. Auch Atemübungen sind sehr hilfreich. Steckst du gerade in einer extrem belastenden Situation, die für dich sehr einschneidend ist, wirst du das höchstwahrscheinlich nicht alleine bewältigen können, dann hole dir auf alle Fälle Hilfe von Menschen die sich damit auskennen.

Auf Werte besinnen

Schaffst du es die Gegenwart anzunehmen und dich selbst etwas zu stabilisieren, dann mache dir Gedanken über deine Werte. Mit Werten meine ich echte Werte wie Hilfsbereitschaft, für die Familie sorgen, in die Natur gehen usw. Frage dich wie du sein willst, wofür du stehst, wie du mit der Welt um dich herum in Beziehung stehen willst und welche Leitlinien dich durchs Leben führen und motivieren können. Um aus der Hilflosigkeit heraus zu kommen ist es hilfreich, dass du weißt was dir wirklich wichtig ist im Leben, denn daraus kannst du kleine Schritte ableiten, die dich wieder ins Handeln bringen.

Verwechsle aber Werte nicht mit Zielen, denn gibt es einen Unterschied. Ziele sind etwas auf das du hinarbeiten kannst und wenn du es erreicht hast ist es abgeschlossen, z.B. Englisch lernen.

Ein Wert gibt dir eine Richtung, in die du dich bewegen möchtest, was ein andauernder Prozess ist, beispielsweise ein einfühlsamer Englischlehrer zu sein. Bist du nicht mehr einfühlsam, lebst du nicht mehr nach deinem Wert.

Werte sind etwas unvergängliches, ein Ziel dagegen kann für dich durch eine Wendung im Leben unerreichbar werden.

Ins Tun kommen

Hast du deine Werte herausgefunden, dann heißt es in Aktion treten. Finde ein Ziel und überlege dir den kleinsten möglichen Schritt, den du gehen kannst.

Ein Beispiel:

Du bist arbeitslos geworden und steckst in einer Krise fest, die dir Angst um deine Zukunft macht und du denkst es ist sehr schwierig wieder einen Arbeitsplatz zu bekommen. Es lähmt dich so sehr, dass du es schon als große Herausforderung siehst, dich in einem Vorstellungsgespräch gut darzustellen.  Dein Ziel ist es wieder eine Anstellung zu finden.

Als erstes geht’s du ans annehmen und versuchst deiner Angst Raum zu geben, sie einfach sein zu lassen ohne sie zu unterdrücken oder weg haben zu wollen. Du schaffst es mit Achtsamkeitsübungen deinen Gedanken, keine Anstellung mehr zu finden, die Kraft zu entziehen. Du machst dazu Atemübungen, Meditationen usw. Das hilft dir dich wieder zu stabilisieren und dich mit deinen Werten zu beschäftigen. Du findest z.B. heraus, dass du gerne arbeitest, weil es dir wichtig ist unabhängig zu sein. Unabhängigkeit ist also ein Wert, der dich motiviert.

Jetzt solltest du dir überlegen, ob du dich  bereitwillig dafür einsetzen willst, die Schritte zu gehen, die nötig sind um einen Arbeitsplatz zu finden, damit du deine Unabhängigkeit leben kannst. Nimmst du die Nervosität vorm Vorstellungsgespräch in Kauf und willst du sie bewältigen?

Dann überlegst du dir den kleinsten einfachen Schritt mit dem du anfangen kannst.  Das kann z.B. sein, dass du zusammen mit einem Freund übst, ein solches Gespräch zu führen. Ist dir die Unabhängigkeit als Wert wirklich wichtig, dann wirst du merken, dass du bei dem Gedanken daran die Motivation aufbringst und Schritt für Schritt vorwärts gehst.

Meine momentane Situation

Wie ich oben schon erwähnt habe, begleite ich meinen Mann gerade durch eine gesundheitliche Krise, die ihn sehr belastet.

Ich bin hochsensibel und damit gefühlsmäßig immer sehr nah dran, was in solchen Situationen für mich eine Herausforderung darstellt. Mein Thema ist die Abgrenzung und die Psychohygiene nach einem Besuch im Krankenhaus, da ich dort immer sehr viele Eindrücke aufnehme die zur Belastung werden können.

Die letzten Tage versuche ich mit Achtsamkeit durch den Alltag zu gehen, d.h. bei Spaziergängen in der Natur die grünen Blätter, den Gesang der Vögel usw. bewusst wahrzunehmen und meinen sorgenvollen Gedanken keine Kraft zu geben und sie einfach ziehen zu lassen. Außerdem meditiere ich mindestens einmal am Tag (besser zweimal) und konzentriere mich dabei auf den Atem um nicht abzuschweifen. Ich stelle mir vor, dass ich alles was nicht meines ist und was mich belastet abgebe und meinen Akku auflade, wie ein Elektroauto, dass wieder Energie braucht um einsatzfähig zu sein.

Meine Werte sind zuhören und soweit es geht entlastend sein.
So bemühe ich mich meinem Mann ruhig, zuversichtlich und voller Vertrauen zuzuhören, wenn er über seine Situation reden will. Ich versuche mich nicht zu sehr von Gefühlen überfluten zu lassen, unterdrücke sie aber auch nicht, sondern gebe ihnen Raum in mir und atme tief in den Bauch. Außerdem ist es mir wichtig zu Hause die Aufgaben meines Mannes zu übernehmen, handlungsfähig zu sein und alles zu organisieren und zu erledigen, was ihm wichtig ist. Er ist ein Mensch der viel Verantwortung übernimmt und gerne das Gefühl hat, dass alles abgesichert und in Ordnung ist. So finde ich Kraft, Sinn und Erfüllung darin, ihm das Gefühl zu geben, dass ich ihn entlasten kann indem ich mich genauso engagiert um alles kümmere was ihm wichtig ist, wie er es machen würde.

Es hilft mir enorm diese Schritte anzuwenden und zeigt mir, dass Krisen doch Chancen sind, an denen wir wachsen können und Kräfte in uns wecken,  die wir ohne sie nicht entdeckt hätten.

Natürlich wäre es mir auch lieber keine Belastungen erleben zu müssen, aber wenn eine auftaucht, dann ist es eben nötig damit umzugehen und sich nicht als hilfloses Opfer zu sehen. In allen Menschen steckt die Kraft mit Erschütterungen und Herausforderungen umgehen zu können und sie zu bewältigen – auch in dir! Jeder noch so kleine Schritt bringt dich in die Selbstwirksamkeit und wirkt der Hilflosigkeit entgegen. Pack es an und gib nicht auf! Was bei mir funktioniert, hilft auch dir – davon bin ich überzeugt!

Brauchst du ein offenes Ohr oder  jemand der dir hilft dich zu sortieren und deine Werte zu formulieren? Dann melde dich bei mir! Ich bin gerne für dich da!

Liebe Grüße
Andrea Bschlangaul

Quellen:
Alicia Salzer: „Zurück ins Leben“
Russ Harris: „Wer dem Glück hinterher rennt, läuft daran vorbei“

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4 Kommentare

  1. Super geschrieben. Wir haben mehr gemeinsam als Du vielleicht denkst.

  2. Liebe Andrea,
    so viel Wahres und Gutes in deinem Artikel.
    Danke für dein Mitteilen und dass du zeigst, wie man mit solchen Krisen umzugehen versuchen kann.
    Für mich kommt noch ein weiterer Aspekt hinzu:
    In meiner letzten Krise, hat mich die ZUVERSICHT getragen. Tag für Tag. Sie hat mir Kraft und Ausdauer geschenkt. Ich bin sehr dankbar, dass ich diese Fähigkeit habe.
    Alles Gute für dich und deinen Mann.
    Liebe Grüße
    Sandra

    • Liebe Sandra, ja da hast du recht, Zuversicht und Hoffnung gehören unbedingt dazu! Du kannst wirklich froh sein ein zuversichtlicher Mensch zu sein, das macht vieles leichter.
      Danke für die guten Wünsche. Meinem Mann gehts mittlerweile erheblich besser!

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