Ein paar Worte zum Jahr 2015

Beim ersten Blick auf das Horoskop des Jahres 2015 sticht der losgelöste Saturn im Zeichen Schütze ins Auge. Steht ein Planet losgelöst symbolisiert er ein Thema, das Priorität hat. 

Saturn zeigt immer an, wo es etwas zu überprüfen, zu meistern und zu regulieren gibt. Er bringt uns die Realität und die Ebene der Gegebenheiten nahe. Im Zeichen Schütze fordert er uns auf, unsere Fülle, den Glauben ans Gute, die Bequemlichkeit, unser Selbstvertrauen Glaubensfragen und religiöse Themen auf den Prüfstand zu stellen.

Was in Sachen Religion und Glauben derzeit auf der Erde abläuft hat ja jeder mittlerweile mitbekommen. Sieht man sich die neuesten Ereignisse in Paris an, kann keiner leugnen, dass in diesen Dingen Überprüfungen dringend nötig sind. Da gleichzeitig Uranus (Befreiung, Erneuerung), Pluto (Schatten, Macht, Loslassen-Festhalten) und der Mondknoten in der Waage (Lernaufgabe; Waage= Harmonie, Diplomatie) in einem Leistungsdreieck miteinander verbunden sind, dass sehr viel aufbrechende Energie enthält, brechen ungelöste Schattenthemen immer wieder durch und fordern uns auf, sie mit Diplomatie und gegen-seitigem Verständnis ins Reine zu bringen. Hoffen wir das Beste und bitten wir um Vernunft und Klarheit (Saturn). 

Auf der persönlichen Ebene bringt dieses Leistungsdreieck alte Verletzungen und Egothemen ans Licht. Zusammen mit Saturn im Schützen kann man durch die Auflösung von behindernden Glaubenssätzen und Lebenseinstellungen viel verdrängten, seelischen Ballast (Pluto) abwerfen und Neuem (Uranus) zum Durchbruch verhelfen. Die Bereitschaft an sich zu arbeiten, Selbstverantwortung zu übernehmen und sich mit Disziplin und Ausdauer (alles Saturn) ein freieres und ausgeglicheneres Leben und Denken (Uranus) zu erarbeiten ist allerdings die Voraussetzung dafür. Wer immer noch die Schuld am eigenen Unerreichten den anderen zuweist und dadurch nicht aus seinem Mangeldenken aussteigen kann, wird wenig Glück und Zufriedenheit finden. In einer schnelllebigen und unsicheren Zeit, wie der jetzigen, ist es sicher nicht schlecht, wenn man lernt, sich immer wieder neu zu orientieren und vor allem bereit ist, gewohntes Terrain hinter sich zu lassen. 

Bei manchen kann der Schütze-Saturn das Bewusstsein für den Überfluss schärfen, sodass das eigene Konsumverhalten mehr hinterfragt wird. Sparsamer zu leben und unnütze Ausgaben zu reduzieren, ermöglicht es dem Einen oder Anderen sein Geld in Sinnvolles zu investieren. Vielleicht auch in die eine oder andere berufliche Weiterbildungsmaßnahme oder ein Seminar zur Persönlichkeitsentwicklung, das auf lange Sicht das Leben grundsätzlich bereichert und hilft, sich dem Fluss des Lebens anzuvertrauen und mit Höhen und Tiefen besser klar zu kommen. Der Glaube an eine höhere Ebene, die alles beeinflusst und nur Gutes will, die uns lehrt, alles mit Liebe, Verbundenheit und Mitgefühl (Neptun) zu betrachten ist ein Segen für jeden von uns. Nach wie vor steht Neptun in den Fischen, in seinem eigenen Zeichen, was ihm viel Kraft gibt, die er uns als Zeitqualität zur Verfügung stellt. 

Das zweite Leistungsdreieck im Jahreshoroskop wird gebildet durch Wassermann-Mars, Löwe-Jupiter und dem Stier-Mond. Der Mars als Krieger, wird im Wassermann zum Freiheitskämpfer der sich für die Gemeinschaft einsetzt und am liebsten ein gemeinsames Ziel verfolgt. In Opposition zum Löwe-Jupiter kämpft er gegen zu viel Egoismus und achtet darauf, dass alles mit Herz und Verstand und zum Wohle aller geschieht. Die Spitze des Dreieckes bildet der Stier-Mond, der sich lieber in Sicherheit wähnt und seine Schäfchen im Trocknen haben will. Die Angst vor Verlust und das Gefühl nichts wert zu sein, hält davon ab sich für eine bessere, erfüllende, dem großen Ganzen dienende Erneuerung einzusetzen und bringt Stress und Ärger mit sich.

Wir leben in einer Zeit des Umbruchs, die wir nur mit Vertrauen und der Bereitschaft zusammen zu arbeiten meistern können. Nur auf den eigenen Vorteil zu achten und immer mehr erreichen und haben zu wollen, ist für eine bessere Zukunft sicher nicht das Mittel der Wahl. Arbeiten wir für die Menschen, mit reinem Herzen und Gewissen, bereichert das alle und bringt uns gemeinsam vorwärts.

Werte wie Ehrlichkeit, Klarheit, Verantwortungsbewusstsein, Disziplin und Treue, die immer mehr in Vergessenheit geraten, sollten wir uns neu erarbeiten und darüber nachdenken, ob sie nicht doch noch „modern „sind“ (Venus-Merkur in Steinbock). Im besten Fall bilden sie ein sicheres, tragendes Fundament, auf dem neue Strukturen und Gesellschaften errichtet werden können. 

Passend zum Thema, möchte ich aus einem Artikel von Regina Bönsel in der Zeitschrift „Visionen“, Ausgabe Januar 2015 (Seite 38,39), zitieren: 

Resilienz* ist nicht angeboren, sie wird im Laufe des Lebens entwickelt. Was das berühmte Stehaufmännchen vom Zauderer oder Zweifler unterscheidet, ist im Wesentlichen die innere Zuversicht. »Eine Krise kann ein produktiver Zustand sein. Man muss ihr nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen », so Max Frisch. Diese Sichtweise ist eine Qualität, die dem Leben selbst in Zeiten von Umbrüchen noch etwas Gewinnendes abringt und uns die Ereignisse eher als Herausforderung denn als Bedrohung sehen lässt. Sicherlich trifft den resilienten Menschen ein Schicksalsschlag genauso hart wie jeden anderen, was ihn aber von den anderen unterscheidet, ist die Fähigkeit sich selbst aus dieser Misere zu befreien. Damit ist in erster Linie gemeint, dass wir uns mental, emotional und auch physisch weiterbewegen und nicht in einer Starre verharren. 

….und weiter im Text heißt es:

Vertrauen in sich selbst und in sein Umfeld zu haben, das fängt schon mit der Sozialisation im frühen Kindesalter an. Wenn Kinder sich geliebt und angenommen fühlen so wie sie sind, wenn ihr soziales Verhalten schon früh gefördert wird, anstatt alles von ihnen fern zu halten, dann entwickeln sie rasch die Fähigkeit, ihre Probleme selbst zu lösen oder sich die notwendige Unterstützung zu holen. 

Nicht jeder hatte eine solche Kindheit, es ist aber nie zu spät, eine glückliche Kindheit zu haben. Wir können uns das, was fehlt immer noch erarbeiten. Dabei kann eine astrologische Beratung eine wertvolle Hilfe sein.

Der Glaube und das Vertrauen in eine größere Kraft, egal ob wir es Gott, Universum oder Alles-was-ist nennen, gibt uns, gerade wenn wir es nicht von Kindheit an erfahren haben, das Angenommensein und die Geborgenheit, was uns gerade bei Schicksalsschlägen enorm hilft.

Regina Bönsel schreibt weiter im Text: 

„Gerade bei Schicksalsschlägen, wenn uns die Kontrolle über das eigene Leben oder das eines Schutzbefohlenen, wie das des eigenen Kindes, entgleitet, verbindet der spirituelle Mensch sich mit dieser größeren, alles erhaltenden und allumfassenden Kraft.  ….die Art, wie wir Verbindung mit dieser Energie aufnehmen, ist vielfältig und sehr persönlich. Kein Mensch kann das Gebet für einen anderen sprechen, aber wir können für andere beten. Ob wir Zuflucht im Gebet, der Kontemplation, der Meditation oder in der Schönheit der Natur finden, ist sekundär. Doch sobald sich in uns ein Zustand des inneren Friedens, der Gelassenheit und der Zuversicht entfaltet, können wir gewiss sein, dass wir mit dieser größeren Kraft verbunden sind. ……

»Fall sieben Mal hin und stehe ein achtes Mal auf», so lautet ein japanisches Sprichwort. Es ist eine Kunst, die Kunst des Lebens, sich nicht in den Widrigkeiten des Lebens zu verlieren, zu kämpfen, wenn es notwendig ist, und sich in sein Schicksal zu fügen und auf die Kraft Gottes zu vertrauen, wenn es unabänderlich ist. Das alles in der Zuversicht und im Glauben, dass eine beschützende Hand uns hält und trägt, unserer Seele nichts widerfährt und wir nicht tiefer fallen können als in Gottes Hände.“ 

Ich wünsche euch viel Kraft und Vertrauen

Andrea Bschlangaul
  

*Allgemeine Definition des Begriffs Resilienz:

Resilienz ist die Fähigkeit eines Systems, mit Veränderungen umgehen zu können (A. Wieland)

Aus dem Lateinischen: resiliere – „zurückspringen, abprallen“ abgeleitet

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