Kognitive Beratung

Kognitive Beratung:

Die Grundannahme des kognitiven Ansatzes ist, dass Fehleinstellungen und dysfunktionale Gedanken das Erleben und Verhalten beeinflussen und Probleme mit der Alltagsbewältigung hervorrufen. Das kognitive Modell geht also davon aus, dass die Wahrnehmung und Bewertung  von Ereignissen und Situationen die Stimmung und das Verhalten eines Menschen wesentlich steuern. Nicht die Situation selbst, sondern die Art und Weise, wie sie interpretiert wird, ist entscheidend.

Nach dem kognitiven Ansatz entwickelt jeder Mensch bestimmte Annahmen über sich selbst, über andere Menschen und über die Umwelt. Diese Grundannahmen sind so  fundamental und tief verwurzelt, das er sie meist nicht einmal sich selbst gegenüber ausspricht. Die Person hält solche Annahmen für unbedingt wahr. Das kann z.B. der Glaubenssatz   „Ich bin unfähig.“ sein, der sich daraus entwickelt hat, dass ein Kind vom Vater immer wieder kritisiert wurde oder dem Vater keine Leistung gut genug war. Aus diesen Grundannahmen entstehen weitere bedingte Annahmen, die helfen sollen, die Welt, andere Menschen und sich selbst zu verstehen. Diese Überzeugungen bestehen aus Einstellungen, Regeln und festen Aussagen.
Aus der Grundannahme „Ich bin unfähig.“ entsteht dann beispielsweise:

Einstellung: „Es ist schrecklich unfähig zu sein.“

Regel: „Ich muss immer so hart arbeiten, wie ich nur kann.“

 ⇒ Feste Aussage: „Wenn ich nicht hervorragend bin, habe ich versagt.“

Diese Annahmen beeinflussen die Sicht einer Situation und wirken sich auf das Denken, Fühlen und Verhalten aus. So können in einer Prüfungssituation Gedanken wie „Das schaffe ich nie.“ oder „Das ist zu schwer“ bzw. „Ich werde das nie kapieren.“ durch den Kopf gehen. Das dieses Denken die Konzentration und das erfolgreiche Lernen nicht gerade fördert ist offensichtlich.

Im Beratungsgespräch geht es nun darum, die Gedanken herauszuarbeiten, die zu unangemessenen Reaktionen führen und die konkrete Bewältigung einer aktuellen Situation behindern. Dabei werden diese Einstellungen hinterfragt, verändert oder ersetzt und anschließend an konkreten Alltagssituationen angewendet. Die Umsetzung ist wichtig, damit neue Erfahrungen entstehen, die sich positiv einprägen und die Sicht auf die Welt verändern. So kann eine, als ausweglos wahrgenommene, Situation aus einem anderen Blickwinkel gesehen werden, der eine Lösung möglich macht.

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