Waage: Ich und Du

Beim jetzigen Zeichenwechsel der Sonne von der Jungfrau in die Waage, verlassen wir den Bereich des Unbewussten und gehen in die obere Hälfte des Tierkreises, den sogenannten bewussten Bereich über. Die ersten sechs Zeichen von Widder bis Jungfrau sind die Energien in uns, die sich vorrangig mit dem befassen, was unsere eigenen inneren Antriebe und persönlichen Bedürfnisse sind. Es geht darum, unser „Ich“ in der Welt zu manifestieren, zu erhalten und uns Selbst kennenzulernen. In der Waage wollen wir nun dieses „Ich“ mit der Welt, die uns umgibt verbinden und in Einklang bringen. Ganz bewusst sollen wir unsere Bedürfnisse und Fähigkeiten durch ein Gegenüber ergänzen, das Passende für uns finden um in Einklang und Harmonie zu kommen.

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Das funktioniert allerdings nur, wenn wir vorher, im Bereich des Unbewussten, viel über uns erfahren haben und gelernt haben für uns und das was uns wichtig ist, einzustehen. Das Gegenzeichen der Waage ist der Widder, der zielorientiert und wagemutig sein eigenes Ding durchzieht. In der Astrologie gibt es immer zwei Prinzipien die sich auf einer Achse gegenüberliegen, sich ergänzen und ausgleichen, was die Bedeutung des Zeichens Waage widerspiegelt. Zu jedem Pol gibt es einen Gegenpol, der für Ausgleich, Ergänzung und Bewusstheit sorgt. Es gibt kein Ich ohne ein Du, kein Licht ohne Schatten, kein Leben ohne den Tod und es gibt für jeden von uns den passenden Partner, der uns ergänzt und uns spiegelt was vielleicht noch im Unbewussten verborgen liegt.

So ist es für die harmoniebedürftige Waage unerlässlich sich auch mal auf Auseinandersetzung und Kampf für das Eigene einzulassen. Ist uns bewusst, dass das Andere auch seine Berechtigung hat, können wir Kompromisse schließen und bedacht und kultiviert miteinander umgehen, was wiederum Frieden und Verständnis fördert. Wollen wir geistig reifen und unser Dasein bewusst gestalten und genießen, müssen wir erkennen, dass wir nicht alleine existieren können, sondern auf soziale Ordnung und unserer Fähigkeit zur Zusammenarbeit mit anderen Menschen, angewiesen sind.
Fairness und Gerechtigkeit steht nicht nur dem Einzelnen zu, wir müssen sie auf die gesamte Menschheit ausdehnen. Das heißt Gegensätze verbinden und Extreme ausgleichen!

Was nicht heißt, faule Kompromisse einzugehen nur um des lieben Friedens willen, um später mit diplomatischem, strategischem Geschick, doch die eigenen Belange durchzusetzen. Oder sich aus Bequemlichkeit und Angst vor Ablehnung anzupassen um irgendwann festzustellen, dass man seine eigenen Ziele vollkommen aus den Augen verloren hat und nur für andere lebt.
Partnerschaften sind nur fruchtbar und erfüllend, wenn jeder ein Individuum bleibt und sich seiner Selbst bewusst ist. Geht man eine Partnerschaft ein, um seine „Defizite“ zu kompensieren, statt sich durch den Anderen damit auseinanderzusetzen, entsteht zwangsläufig Abhängigkeit und Unfreiheit. Die Waage als Luftzeichen braucht immer ein Quäntchen Freiheit und Beweglichkeit, das Element Luft bringt uns allerdings auch mit dem Denken und Lernen in Verbindung.

Eine gute Übung in der Waagezeit könnte sein, sich einfach mal ganz bewusst auf einen Menschen der uns begegnet einzulassen, zuzuhören was er zu sagen hat und seine Standpunkte zu tolerieren. Mit Sicherheit ist das eine oder andere dabei, das uns hilft unsere Ansichten durch Abwägen und Verfeinern zu bereichern.

Venus und Mond in der Jungfrau helfen uns dabei mit ihrer Fähigkeit der Selbstkritik und einem realistischen Blick auf das Brauchbare. Der Jupiter im zentrierten Löwezeichen gibt den richtigen Schuss Selbstbewusstsein und die Bereitschaft über unsere Denkmuster hinauszuwachsen dazu und Pluto im Steinbock verlangt nach wie vor, alte verkrustete Strukturen zu durchbrechen um dem Kern der Dinge und unserem eigentlich Wesen, näher zu kommen.
Mars steht in Spannung zu Neptun, was die Gefahr birgt sich in unrealistischen Zielvorstellungen zu verfangen und einem Traumpartner hinterherzulaufen, der sich später als Enttäuschung entpuppt. Also, lieber noch etwas länger hinhören und prüfen!

Ich wünsche euch eine schöne Herbstzeit

Andrea Bschlangaul

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